Wo feiert Ihr Heiligabend?

Alle Jahre wieder: Wo feiern wir Heiligabend? 4-Advent-web
Ich weiß, dass es Vielen von Euch so geht. Bei vielen Familien wohnen Oma und Opa nicht in demselben Ort, das macht die Frage danach, wo wir den heiligen Abend verbringen deutlich schwierig.

 

familieWas ich persönlich nicht möchte, ist Heilig Abend "nur" mit Mann und Kindern zu feiern.

Wir haben eine größere Familie und Weihnachten ist für mich ein Familienfest in groß.

Wie in jedem Jahr, habe ich die Diskussion wo wir Weihnachten verbringen bis zuletzt hinaus geschoben. Mir lag das Thema zwar im Magen seit ich die ersten Lebkuchen im Supermarkt gesehen habe, also seit Ende August, aber ansprechen wollte ich es nicht und auch niemand sonst.

Denn jeder von uns weiß, dass das eigentlich nur zu schlechter Laune und endlos Duskussionen führt. Und am Ende bin eigentlich immer ich diejenige, die nachgibt und doch nicht zufrieden ist.
Aber zu meinem Erstaunen kam es dieses Jahr ganz anders.
Vorab: Wir haben in unserem Ort keine Verwandschaft. Die eine Oma wohnt etwa 100 km, die andere knapp 300 km entfernt. Also, wo feiern wir Heiligabend?
Eigentlich sah es immer so aus: Der 23. Dezember ist meinem Mann fast heiliger als der Heiligabend. Da sieht er seine Jungs, das ist Tradition, im Heimatort, daran gibt´s nichts zu rütteln.
Am 24. sind wir dann also entweder bei seiner Mama geblieben oder zu meiner Familie gefahren. Bedeutet aber in jedem Fall: Taschen packen, an alle Geschenke denken, womöglich noch Ski Sachen und Schlitten einpacken, denn eventuell haben wir ja dafür auch noch Zeit.
WeihnachtsbaumAlso falls uns langweilig ist. Oder die Decke auf den Kopf fällt. Oder wir vor familieninternen, kleineren Dramen flüchten müssen. Am 25. hieß es dann sehr früh: Sachen wieder packen, "Kinder denkt an alle Geschenke!", und weiter zu Oma Nr. 2. Pünktlich. Denn im schlimmsten Fall ist ja die Ente bereits im Ofen und die restliche Verwandschaft wartet schon auf uns. Heilig Abend, naja, was genau bedeutet das hier eigentlich noch? Heilig? Ruhe? Zusammensein?

Ein Highlight Jahr hatten wir immer dann, wenn zwischen den beiden Oma Besuchen auch noch der Besuch beim Opa (geschieden) auf dem Plan stand. Ja, den haben wir dann auch noch dazwischen gepfercht, natürlich zeitlich begrenzt apropos Ruhe, denn wir mussten ja weiter.
Die Karawane zieht, so könnte man unser Weihnachten bisher eher beschreiben.
Nicht dass es nie schön war. Das nicht. Aber eben auch gehetzt und anstrengend. Ich bin ein Weihnachtsmensch. Ich liebe es, wenn wir viele Kerzen anzünden, es nach Weihnachten duftet, wir uns festlich anziehen und wir Weihnachten zelebrieren. So habe ich es kennengelernt. So ist es zwar in meiner Familie immer noch. Aber jeder hat inzwischen seinen eigenen, erwachsenen Kopf, daneben springen diverse Enkelkinder um den Baum, Oma wird nicht jünger und auch nicht gelassener, wir sind alle unseren eigenen "Stiefel" gewohnt.
Und das macht manchmal, dass die Vorstellung von Weihnachten sehr viel schöner ist, als das eigentliche Fest. Also habe ich unbewusst angefangen, die Adventszeit zu zelebrieren. Hier duftet und leuchtet es und wenn sich die Kinder nicht gerade streiten, ich schlechte Laune habe oder wir nur unterwegs sind, ist es auch sehr gemütlich.Der-Weihnachtsmann-Kinderzeichnung
Denn ich weiß: an Weihnachten muss ich mich wieder nach den anderen richten, die Traditionen der Schwiegerfamilie akzeptieren und feiern (nix mit "oh hört nur, das Glöckchen...war das Christkind schon da?), Ruhe bewahren, die Emotionen meiner Familie (ja, mein Bruder sagt immer "das kann nicht funktionieren bei so vielen emotionalen Alpha Tieren") in Schach halten.

Aber dieses Jahr? Dieses Jahr ist alles anders.
Ich habe es nochmal gewagt. Kühn und selbstsüchtig, ich weiß. Ich habe gefragt, ob die liebe Familie nicht Lust hat, Heiligabend bei uns daheim zu feiern. Gut, mit meinem Teil der Familie hat es nicht geklappt, aber aus nachvollziehbaren Gründen.
Schwiegermutter, Schwager, Schwägerin und Nichte haben aber tatsächlich zugesagt!!
Kennt ihr das, wenn man jahrelang eine bestimmte Vorstellung von etwas hat, sich etwas wünscht und die Hoffnung darauf aber eigentlich schon längst begraben hat? Und dann macht es plötzlich "Bähm" und es ist da. Genau so war es. "Gut, wir kommen, was sollen wir mitbringen?" Was??? Ähmm, ja also, ich weiß auch nicht so genau. Wie feiert man den eigentlich einen Heiligabend? Wir haben ja keine familieninterne Tradition, also ich meine mein Mann, die Kinder und ich. Zu welchem Gottesdienst geht man denn hier? Was gibt es zu essen? Schmücken die Kinder den Christbaum mit uns oder macht das das Christkind?

Und die Frage die mir am meisten Kopfzerbrechen bereitet: offenes-Wohnen
Wie um alles in der Welt versteckt man Christbaum, Deko und Geschenke vor den Kindern in einem Haus, in dem Küche, Esszimmer und Wohnzimmer ein Raum sind und Wand und Tür zum Flur aus Glas bestehen? Also in meiner Kindheit jedenfalls durften wir das Wohnzimmer vor dem Glöckchen Bimmeln nicht betreten. Das ist meine heilige, warme Erinnerung an Heiligabend. Was gebe ich meinen Kindern für eine Erinnerung mit?
"Also als wir das erste Mal in unserem Haus Heiligabend gefeiert haben, da mussten wir den ganzen Tag im Keller bleiben. Zum Pinkeln musste ich durch die Garage zu den Nachbarn gehen. Und Mama dachte wirklich, wir wissen nicht, dass sie das Christkind ist." ??????????????????????

Und irgendwie bin ich seit dem "Bähm" auch unentschlossen. Wie war das nochmal mit "Coming Home for Christmas"? Heimfahren. Ist es nicht doch eher so, dass die Jungen zu den Eltern fahren? Ist das Weihnachten? Wie geht es dann aber weiter. Wenn ich doch mit den Kindern keine Traditionen aufbaue, wie können sie jemals zu mir nach Hause zu Weihnachten kommen?

Der Kommentar meines Mannes nach dem "Bähm" war: "Tja, jetzt hast Du´s, jetzt musst Du halt alles selbst machen." Treffend. Also mach mich mir einen Kopf. Oder besser gesagt, ich tue das in Ansätzen und weil ich keine Lösung habe, schiebe ich das Thema mal lieber auf den 23.
Die Geschäfte haben ja am 24. noch geöffnet und wer weiß, vielleicht macht es bis dahin ja bei mir "Bähm" und ich habe die ultimative Idee wie wir Heiligabend bei uns Zuhause feiern, ohne dass sich die Kinder an dunkle Weihnachten im Keller erinnnern.

Herzliche Grüße & in diesem Sinne ein tolles Weihnachtsfest,

Eure Carolin

Nachtrag: Es war übrigens das schönste Weihnachtsfest, an das ich mich als erwachsene erinnern kann! Und ich hoffe, dass wir es das näc hste Mal genauso machen und nicht aus schlechtem Gewissen heraus wieder bei der Verwandschaft feiern.
Ein kleiner Tipp für alle Schwiegertöchter: Kocht das, ´was es bei Schwiegermutter tarditionell immer an Heiligabend gab. So viele Pluspunkte schafft Ihr Euer Leben nicht mehr! Und der Abend ist damit schon gerettet!

Merken

Merken

Bitte geben Sie die Zahlenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.